Bethesda Programm für interessierte Bürger: "Wenn die Hände schmerzen" am 28.03.2019, 17:00 Uhr

Fragen Sie den Experten: Welche schonenden Verfahren die Handchirurgie heute anbietet, darüber informiert Dr. med. Ulrich Leyer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie und Handchirurgie und Leiter des Regionalen Traumzentrums, im AGAPLESION BETHESDA KRANKENHAUS am 28. März um 17 Uhr in der Cafeteria. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Unsere Hände besitzen einen komplexen Bauplan: Mit 27 Knochen, 28 Gelenken und 33 Muskeln sind sie ein faszinierendes Präzisionswerkzeug. Schmerzsyndrome an der Hand belasten die Betroffenen oft stark und schränken ihre Leistungsfähigkeit ein. Wenn die Hände schmerzen, kommen verschiedene Ursachen in Betracht, die von Laien kaum zu unterscheiden sind: Karpaltunnelsyndrom, Sehnenscheidenentzündungen oder Arthrosen sind einige Beispiele für mögliche Erkrankungen.
Bei vielen Problemen kann die Handchirurgie weiterhelfen – eine Disziplin, die viel Erfahrung voraussetzt und für die sich Orthopäden und Chirurgen jahrelang weiterqualifizieren müssen.

Herr Dr. Leyer, was sind die Ursachen für Handgelenkschmerzen?
Dr. Leyer: In vielen Fällen ist Arthrose (Gelenkverschleiß) für die Gelenkschmerzen verantwortlich – diese tritt oft altersbedingt auf. Auch ein Sportunfall, beispielsweise eine Verrenkung oder ein Knochenbruch, kann zu Verschleißerscheinungen führen. Ein Defekt in der schützenden Knorpelschicht des Gelenks führt dazu, dass Schäden nur schlecht oder gar nicht abheilen können. Dabei ist dies wichtig, da unsere Gelenke wie Scharniere funktionieren.

Welche Therapieverfahren wenden Sie an?
Dr. Leyer: Unsere Therapien haben drei Ziele: Sie sollen die Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und weiteren Gelenkverschleiß vermeiden. Am Anfang der Therapie steht meist eine Ruhigstellung in Schienen und die Verabreichung schmerzreduzierender Medikamente.
Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ist ein sehr schonender Eingriff, bei dem Teile eines beschädigten Knorpels geglättet oder entfernt werden können. Bei schweren Arthrosefällen besteht die Möglichkeit, eine Verbesserung durch operative Eingriffe wie einen Protheseneinbau oder eine Versteifung zu erreichen.
Die Entscheidung, welche Therapie sinnvoll ist, wird immer individuell auf den Patienten und seine Lebenssituation abgestimmt.