Vorträge, Führungen durch das Herzkatheterlabor und Gesundheitschecks beim 1. Bergischen Schlaganfalltag am Do., 09.05.2019

07. Mai 2019

Ab 16:30 Uhr können sich die Besucher ihren Blutdruck und Blutzucker messen lassen. Ab 17:00 informieren die Spezialisten des Neurozentrums und des Kardiologischen Zentrums mit Vorträgen zu innovativen Diagnose- und Therapieverfahren in der Schlaganfallbehandlung. Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es Gelegenheit, bei einer Führung durch das Herzkatheter-Labor Einblicke in moderne Spitzentechnologie zu erhalten. Das Team des Kardiologischen Zentrums Elberfeld zeigt den Besuchern wie man mit neuen Methoden der Kardiologie (z.B. PFO-Verschluss) einem Schlaganfall vorbeugen kann.

 

Vorträge • Führungen • Gesundheitschecks
Ort: Cafeteria, 5.OG

Ab 17:00 Uhr Vorträge
Neurologie, Neuroradiologie, Neurochirurgie: Spezialisten des Neurozentrums informieren

Hand in Hand: Spezialisierte Therapien des Schlaganfalls im Neurozentrum - Das passiert auf der Stroke Unit
Dr. med. Martin Kitzrow. Chefarzt der Klinik für Neurologie mit Stroke Unit

Thrombektomie u.a.: So kann die Neuroradiologie mittels modernster Kathetertechnik einen Gefäßverschluss im Gehirn beseitigen
Dr. med. Cornel Haupt, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie

So kann die Neurochirurgie beim ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt) helfen
Priv.-Doz. Dr. med. Carla Jung, Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie

Das Kardiologische Zentrum Elberfeld: Neue Methoden der Kardiologie zur Schlaganfallvorbeugung
Dr. med. Roger Gerke, Leitender Arzt Invasive Kardiologie, Kardiologisches Zentrum Elberfeld

Spitzentechnologie entdecken:
•Führungen durch das Herzkatheterlabor

Schnelle Hilfe beim Schlaganfall - Weitere Informationen
Weitere Informationen Aktuell erleiden in Deutschland jährlich etwa 260.000 Menschen einen akuten Schlaganfall. Das ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die ein sofortiges medizinisches Handeln erforderlich macht. Grund ist meist eine Mangelversorgung des Gehirns infolge eines Gefäßverschlusses, seltener auch einer Einblutung innerhalb des Kopfes. Folgeschäden mit dem hohen Risiko einer dauerhaften Behinderung sind nur durch den konsequenten und umgehenden diagnostischen Nachweis sowie die Beseitigung behandelbarer Ursachen zu minimieren.

Ein Schlaganfall gehört auf eine Stroke Unit
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist höchste Eile geboten. Deshalb sollte man nicht zögern, den Notarzt über die 112 zu informieren, wenn Symptome wie Gefühllosigkeit oder Lähmungserscheinungen an Arm, Gesicht oder Bein, plötzlich auftretende Sehschwäche, Schwindel und Gangunsicherheit sowie ein starker, stechender Kopfschmerz auftreten. „Time is brain“ - Der Faktor "Zeit" spielt bei der Notfallversorgung von Schlaganfallpatienten also die entscheidende Rolle. „Aus diesem Grund wurde in Wuppertal zusammen mit der Feuerwehr ein Konzept zur schnellstmöglichen Zuweisung der Betroffenen zu jeder Tages- und Nachtzeit in eine hierfür spezialisierte Behandlungseinheit („Stroke-Unit“) festgelegt, sagt der Chefarzt der Klinik für Neurologie und Leiter der Stroke Unit, Dr. Martin Kitzrow.

Neurologie, Neuroradiologie, Neurochirurgie: Im Neurozentrum am Bethesda arbeitet ein interdisziplinäres Team Hand in Hand beim Schlaganfall
Bereits vom Einsatzort aus erhält der diensthabende Neurologe per Mobiltelefon vom Notarzt die notwendigen Informationen über den Patienten. Damit ist gewährleistet, dass sofort nach Erreichen der Klinik ohne Verzögerung die weitere behandlungsbestimmende Diagnostik durchgeführt werden kann.
In der Regel handelt es sich dabei um eine Computertomografie des Gehirns mit zusätzlicher Darstellung der Hirnarterien, im Bedarfsfall wird auch eine Magnetresonanztomografie angefertigt. Sofern sich dabei ein behandelbarer Gefäßverschluss darstellen lässt, stehen in der Klinik sämtliche zur Wiedereröffnung geeignete Therapieverfahren zur Verfügung.

Neuroradiologie: Gefäßverschlüsse im Gehirn mit Spezialkathetern beseitigen
Eine besondere Rolle bei der Therapie des Schlaganfalls spielt dabei die Klinik für Neuroradiologie. Sie ist neben einer differenzierten Diagnostik spezialisiert auf die interventionelle Therapie. „Über die Leistenarterie können wir sogenannte Mikrokatheter in die jeweilige Hirnarterie schieben und das verschließende Gerinnsel am Ort des Geschehens selbst beseitigen oder Blutungen stillen“, erklärt Dr. med. Cornel Haupt, Chefarzt der Neuroradiologie. Bis zu sieben Prozent der akuten Schlaganfallpatienten profitieren von der sogenannten endovaskulären mechanischen Thrombektomie. Etwa 15 Prozent der Betroffenen erhalten eine systemische Thrombolyse-Therapie, bei der ein Medikament als Infusion über die Vene verabreicht wird. Alles entscheidend dabei ist das sofortige Handeln aller Beteiligten, da einerseits die erwähnten Methoden nur innerhalb der ersten sechs beziehungsweise viereinhalb Stunden nach Beginn des Symptoms zugelassen sind und andererseits auch generell mit jeder verstreichenden Minute das Risiko für eine dauerhaft verbleibende Behinderung steigt.

Neurochirurgie: Ein wichtiger Partner
Ein Schlaganfall ist jedoch keine einheitliche Diagnose sondern ein heterogenes Krankheitsbild mit unterschiedlichen Ursachen. Grob lassen sich ischämische (Durchblutungsstörung/Infarkte) und hämorrhagische Schlaganfälle (Blutungen) unterscheiden.
Hier ist die Klinik für Neurochirurgie ein  weiterer wichtiger Teampartner bei der Behandlung von Schlaganfällen. „Wird ein Schlaganfall durch eine Hirnblutung ausgelöst und ist diese so groß, dass sie entlastet werden muss, dann werden diese Patienten von den Kollegen und Kolleginnen unserer Klinik für Neurochirurgie operiert“, betont Dr. Kitzrow, Chefarzt der Klinik für Neurologie. So kann der Neurochirurg beim „malignen Mediainfarkten“ z.B. durch eine dekompressive Hemikraniektomie eine Druckentlastung des geschwollenen Hirngewebes und somit eine Senkung des intrakraniellen Drucks herbeiführen. „Dies führt insbesondere bei jüngeren Patienten (unter 60 Jahren) zu einer Reduktion der Sterblichkeit und bleibender Behinderungen“, betont Priv.-Doz. Dr. med. Carla Jung, Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie.

Die weitere Versorgung unserer Schlaganfallpatienten erfolgt dann durch ein multidisziplinäres Team bestehend aus Neurologen, speziell geschultem Pflegepersonal, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Konsilärzten anderer Fachrichtungen auf der Stroke Unit oder im Bedarfsfall auf der Intensivstation. Mitarbeiter des Sozialdienstes kümmern sich im Rahmen des Entlassmanagements je nach Erfordernis um die Organisation der Anschlussheilbehandlung oder Rehabilitation, Hilfsmittelversorgung, Einstufung in eine Pflegegruppe oder auch um die Unterbringung in einer institutionalisierten Pflegeeinrichtung.    

Neue Methoden der Kardiologie zur Schlaganfallvorbeugung
Um erneute Schlaganfälle zu verhindern geht man im Kardiologischen Zentrum Elberfeld neue Wege:
„Schlaganfallursache bei „jüngeren“ Patienten unter 60 Jahren ist oft ein „Loch in der Vorhofscheidewand“ ein sogeanntes Offenes foramen ovale (PFO). „In mehreren Studien hat sich nun gezeigt, dass der interventionelle PFO-Verschluss (minimal-invasiv über die Leistenarterie) weitere Schlaganfälle verhindert und der ansonsten lebenslang notwendigen medikamentösen (Blutverdünnung) Therapie mindestens gleichwertig, zum Teil sogar überlegen ist“, sagt Dr. Roger Gerke, Leiter Invasive Kardiologie.

Schlaganfälle bei älteren Patienten über 65 Jahren liegen häufig eine Gerinnselbildung im Vorhofohr bei Vorhofflimmern zugrunde. Hier ist die Einnahme von Blutverdünnungsmitteln (wie z.B. Marcumar) oder sogenannter neuer Antikoagulatien („NOAK“) sehr effektiv zum Schutz vor Schlaganfällen. „Bei Patienten, die Blutverdünner nicht vertragen oder unter Blutungskomplikationen leiden (z.B. Blutungen aus dem Magen Darmtrakt) besteht die Möglichkeit, den Ort der Gerinnselbildung, das sog. Vorhofohr, zur verstopfen. Diese Methode nennt man Vorhofohrverschluss,“ so Dr. Gerke. Sie erfolgt ebenfalls über einen Leistenzugang und wird im Herzkatheterlabor durchgeführt. Auf diese Weise ist bei diesen meist hochgradig Schlaganfall-gefährdeten Patienten ein Leben auch ohne Blutverdünnungsmittel möglich.

Kontakt:
Klinik für Neurologie
Chefarzt Dr. med. Martin Kitzrow
Sekretariat Frau von dem Borne
T (0202) 290 - 21 03
F (0202) 290 - 21 40
E-Mail: sabine.vondemBorne@bethesda-wuppertal.de

Klinik für Radiologie und Neuroradiologie
Chefarzt Dr. med. Cornel Haupt
Sekretariat Frau Noltze
T (0202) 2 90 - 22 02
F (0202) 2 90 - 22 06
E-Mail: radiologie@bethesda-wuppertal.de

Klinik für Neurochirurgie
Chefärztin Priv.-Doz. Dr. med. Carla Jung
Sekretariat Frau Böttcher
T (0202) 290 - 21 02
F (0202) 290 - 21 08
E-Mail: nc@bethesda-wuppertal.de

Kardiologisches Zentrum Elberfeld
Dr. med. Roger Gerke
Leiter Invasive Kardiologie
Terminvergabe Herzkatheterlabor/Anfragen
T (0202) 2 90 – 23 00
F (0202) 2 90 – 23 01
herzkatheterlabor@bethesda-wuppertal.de

Schlaganfall Forum Wuppertal
Kontakt:
Frau Margret Crosberger     
Telefon: 0152 / 29 59 01 58
E-Mail: attacke-wuppertalgmxde                                                   
Website: www.attackewuppertal.wordpress.com

Treffen 1:
Restaurant "Don Camillo"
Friedrich-Ebert-Str. 16
42103 Wuppertal

Wochentag und Rhythmus:
jeden 1. Sonntag im Monat
Uhrzeit der Treffen:
um 10.30 Uhr

Treffen 2:
Eiscafé "Colucci"
Werlestr. 27
42289 Wuppertal

Wochentag und Rhythmus:
jeden 3. Dienstag im Monat
Uhrzeit der Treffen:
von 17:30 bis 19.00 Uhr

Themendarstellung:
Das Thema der Gruppe ergibt sich aus den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmer/Innen.
Betroffene und Angehörige können an den Gruppentreffen
teilnehmen.