In Deutschland haben fast 30 Millionen Menschen Bluthochdruck – also rund jeder Dritte. Wichtig zu wissen ist, schon minimale Erhöhungen des Blutdrucks führen zu einer deutlichen Erhöhung des Risikos für Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenerkrankungen.
Wird Bluthochdruck rechtzeitig behandelt, lässt er sich meist durch Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung, Bewegung und gut verträgliche Medikamente kontrollieren. Doch etwa 20 Prozent der Betroffenen erreichen trotz regelmäßiger Einnahme von drei oder mehr blutdrucksenkenden Medikamenten den Zielwert von unter 140/90 mmHg nicht. In diesen Fällen spricht man von therapieresistenter Hypertonie. Für diese Patientengruppe ist die Renale Denervation eine moderne, minimal‑invasive Therapieoption. Dabei wird die überaktive Signalübertragung der Nierennerven reduziert, die maßgeblich an der Blutdruckregulation beteiligt ist. Das AGAPLESION BETHESDA KRANKENHAUS WUPPERTAL ist zertifiziertes Renales Denervationszentrum, die erste Klinik im Bergischen Land und eine der wenigen Kliniken bundesweit, die dieses schonende Bluthochdruckverfahren anbietet. Das Verfahren ist vor allem für Patientinnen und Patienten interessant, die trotz Lebensstiländerung und der bloßen Einnahme oder Unverträglichkeit von Medikamenten gefährlich hohe Blutdruckwerte haben.

Dr. med.
Roger Gerke
Leitender Arzt, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, interventionelle Kardiologie, Sportmedizin, Sportkardiologie, Präventions- und Gesundheitsmedizin, Hypertensiologie

Sedat Yokus
Stellv. Leitender Arzt
Renale Denervation bedeutet übersetzt „Durchtrennung der Nierennerven“. Sie ist ein kathetergestütztes Verfahren, das darauf abzielt, überaktive Nervenfasern an den Nierenarterien gezielt zu veröden. Diese Nerven spielen eine zentrale Rolle bei der Blutdrucksteuerung, denn sie senden Signale an das Gehirn, die den Blutdruck erhöhen können. Bei manchen Menschen sind diese Signale dauerhaft überaktiv, was zu einem stabil erhöhten Blutdruck führt. Durch die gezielte Ausschaltung dieser Nervenimpulse kann der Blutdruck langfristig gesenkt werden. Der Eingriff erfolgt über einen dünnen Katheter, der über die Leistenarterie bis zu den Nierenarterien geführt wird. Dort werden kurze Energieimpulse abgegeben, die die Nervenaktivität reduzieren. Der Eingriffdauert in der Regel weniger als eine Stunde und kommt ohne Vollnarkose aus. Während des Eingriffs werden in der Regel immer beide Nierenarterien behandelt. Bei unkompliziertem Verlauf kann der/die Patient:in nach 48 Stunden Überwachung entlassen werden.
• Blutdruck weit oberhalb des Zielbereichs (systolischer Wert über 160 mmHg beziehungsweise über 150 mmHg bei Diabetes mellitus) trotz Einnahme dreier verschiedener Blutdruckmedikamente
• Ausschluss einer heilbaren Bluthochdruckursache
• Bluthochdruck gesichert in der 24-Stundenmessung
• ausreichend gute Nierenfunktion
In den ersten 10 Tagen körperliche Belastung vermeiden
Kein Heben schwerer Gegenstände, kein intensiver Sport, kein längeres Fahrradfahren, Spaziergänge und sanfte Aktivität sind erlaubt, aber ohne Überanstrengung.
Medikamente weiter einnehmen
Medikamente wie gewohnt einnehmen, auch wenn sich der Blutdruck bereits verbessert.
Wirkung der Denervation
Die Wirkung setzt erst nach und nach ein; die Medikamente stabilisieren in dieser Phase weiterhin die Blutdruckkontrolle.
Die Blutdruckkontrollen in der Nachsorge
sind entscheidend, um den Erfolg der Behandlung zu beurteilen. Deshalb sollten drei und sechs Monate nach der Renalen Denervation jeweils eine 24‑Stunden-Blutdruckmessung beim Hausarzt oder Kardiologen durchgeführt werden.
Eine ausgewogene mediterrane Ernährung
mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten wie Olivenöl, unterstützt die langfristige Blutdruckkontrolle. Wenig Salz und kaliumreiche Lebensmittel wie Bananen, Kartoffeln und Blattgemüse tragen zur Blutdruckregulation bei.